Projekte

Landminen töten und verletzen noch Jahrzehnte nach einem Krieg. In mindestens 72 Regionen weltweit liegen die tödlichen Waffen vergraben. Allein 2010 wurden über 4000 Menschen Opfer eines Unfalls mit einer Landmine. Mehr als 500.000 Menschen wurden bereits von Landminen verstümmelt…mehr

Bereits seit vielen Jahren setzen sich sowohl Handicap International als auch SODI im Rahmen der internationalen Kampagnen für ein universelles Verbot von Landminen und Streumunition ein. Zudem helfen sie, in betroffenen Gebieten Kriegsfolgen zu beseitigen und unterstützen mit gezielten Projekten Opfer von Langzeitfolgen des Krieges.

 

Beispiele für Projekte:

 

SODI:

Unterstützung für die Opfer von Langzeitfolgen des Krieges

Bei den Projekten in Laos und Vietnam verfolgt SODI einen integrierten Ansatz. Auf von Minen und Streubomben befreiten Flächen realisiert SODI verschiedene Entwicklungsprojekte. Die Hilfe zur Selbsthilfe für Opfer von Langzeitfolgen des Krieges ist ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit vietnamesischen und laotischen Partnern vor Ort.

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Frau Yen erhält demnächst einen Kleinkredit, um damit eine Schweinezucht aufzuziehen. Quelle: SODI

Vietnam: Landwirtschaftliche Schulungen und Kleinkredite

Nach einem schweren Verkehrsunfall ihrer Tochter verkaufte die vierfache alleinerziehende Mutter Frau Yen ihre Schweine und Enten, um mit dem Geld die Kosten für die medizinische Behandlung ihrer Tochter zu decken. Da sie durch die medizinische Betreuung ihrer Tochter kaum Zeit für den Garten hatte, liegt dieser nun völlig brach. Frau Yen gehört zu den 15 Familien in dem weitläufigen Dorf Ru Cat, die einen Kredit für eine Schweine- oder Fischzucht oder den Gemüseanbau erhalten. Bald schon wird sie mit ihrem Kleinkredit eine Schweinezucht aufziehen, um durch den Verkauf der Tiere ein kleines Einkommen zu erwirtschaften, von dem sie und ihre vier Kinder leben können…mehr

 

Laos: Grundvoraussetzungen für eine bessere Zukunft

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Für die BewohnerInnen des Dorfes Nadeua stellt die neue Wasserversorgung eine große Erleichterung dar und die Kinder lieben das Spiel mit dem kühlen Nass. Quelle: SODI

Durch den Bau und die Ausstattung einer Grundschule sowie die Versorgung mit Wasser und Strom in der Provinz Bolikhamxay schafft SODI die Grundvoraussetzungen für die strukturelle Entwicklung dieser Region. Für die Frauen und Mädchen im Dorf Nadeua stellt die neue Wasserversorgung eine große Erleichterung dar. Nun müssen sie von ihren Häusern aus höchstens 50 Meter weit laufen, um an fließendes sauberes Wasser zu gelangen. Zuvor hatte es im ganzen Dorf kein sauberes Wasser gegeben. Wenn sich die Frauen nun an den Wasserzapfstellen treffen, wird viel gelacht und für die Kinder ist das Spiel mit dem kühlen Nass ein Vergnügen…mehr

Spenden für die Projekte von SODI:
Spendenkonto: 10 20 100 – Bank für Sozialwirtschaft – BLZ: 10020500
BIC: BFSWDE33BER IBAN: DE33100205000001020100

 

Handicap International

Umedjon Naimov: Ban Avocate aus Tadschikistan

Portraitfoto von Umedjon

Ban Advocate Umedjon Naimov © Sasa Dordevic

Mein Name ist Umedjon Naimov, ich komme aus Tadschikistan und bin ein Minenüberlebender. Im Alter von 12 Jahren verlor ich mein Bein bei einem schrecklichen Unfall in der tadschikischen Provinz Khatlan. Ich ging damals in die 5. Klasse, die Sommerferien verbrachte ich mit meiner Familie bei meiner Großmutter.

Auf einem Fußballplatz traf ich mich mit einigen anderen Kindern in meinem Alter. Der Platz grenzte direkt an von Minen kontaminiertes Gebiet, jedoch wusste das zu dieser Zeit noch niemand. Während wir Fußball spielten, spielten nebenan drei andere Kinder mit einem Gegenstand, der sich später als Mine herausstellen sollte. Auf einmal hörte ich eine laute Explosion. Danach wachte ich erst wieder in einem Bett im Krankenhaus auf. Meine Beine schmerzten stark und ich sah, dass sie verbunden waren. Der behandelnde Arzt wies mich an, meine Beine für eine lange Zeit zu schonen und keine schweren Gegenstände zu tragen. Insgesamt brauchte ich für die Genesung fast ein Jahr.

Eines Tages geriet ich mit einem meiner Klassenkameraden in Streit, weil dieser an mein verletztes Bein gestoßen war. Der Schmerz wurde daraufhin so heftig, dass ich zurück nach Dushanbe musste. Nach zahlreichen Untersuchungen teilte mir der Doktor mit, dass mein Bein leider nicht mehr geheilt werden konnte und eine Amputation notwendig war. Die Amputation war für mich ein traumatisches Erlebnis, ich füllte mich danach sehr ausgeschlossen und isoliert. Auch meine Familie machte sich große Sorgen, wenn sie an meine Zukunft dachten.

Nach knapp 3 Jahren Therapie konnte ich schließlich wieder zur Schule gehen und meine alten Klassenkameraden in der 9. Klasse wiedersehen. Heute studiere ich an der technischen Universität.

Während eines Sommercamps für Menschen mit Behinderung im Jahre 2010 traf ich Mrs. Reykhan Muminova. Sie gab mir Motivation und ermutigte mich, meine Ausbildung fortzuführen.

Außerdem stellte sie mich auch Umarbek Pulodov und Aziza Khakimova vor, die den Vorschlag machten, ich solle beim Projekt der Ban Advocates mitwirken. Die beiden helfen mir weiterhin und geben wir Hilfestellung dabei, mich aktiv an internationalen und nationalen Konferenzen und Veranstaltungen als Ban Advocate einzubringen.

Heute trete ich für eine Welt frei von Minen und Streubomben ein. Das bedeutet nicht nur, dass Staaten den Verbotsverträgen beitreten sollen, sondern auch, dass sie ihren Fokus auf die Hilfe für die Opfer richten sollen. Denn nur diese kann das Leben der betroffenen Menschen wirklich ändern. Der Zugang zu medizinischer Versorgung und die Perspektive auf Bildung und Arbeit ermutigt die Überlebenden und hilft ihnen, aktiv an der Gesellschaft unter gleichen Rechten und Chancen teilzunehmen.

 Mehr Informationen zu den Ban Advocates

 

Libyen: Die Krise nach der Krise

Ein Mann kniet am Boden und ist umringt von Kindern, denen er etwas aus einer Broschüre zeigt

Kinder sind besonders durch Kriegsreste gefährdet. Umso wichtiger ist ihre Aufklärung über die Gefahren. © Till Mayer / Handicap International

Der Bürgerkrieg in Libyen ist vorbei, Gaddafi ist weg, doch was bleibt, ist das schreckliche Erbe des Krieges: Explosive Kriegsüberreste wie Landminen und Streubomben bedrohen das Leben vieler Libyer. Heimtückisch in der Erde vergraben oder offen als Mettalschrott herumliegend sind die Kriegsreste eine große Gefahr. Handicap International räumt diese Waffen und klärt die Bevölkerung über die Gefahren auf – damit Unfälle vermieden werden können und nicht noch mehr Menschen unnötig sterben müssen…mehr

Spenden für die Projekte von Handicap International:
Spendenkonto 595 – Bank für Sozialwirtschaft – BLZ 70020500
IBAN: DE07 7002 0500 0008 8172 00 – BIC: BFSWDE33MUE

 

Mosambik: Frauen in der Entminung – in Mosambik an vorderster Front

Entminerin Sarneta in voller Montur knieend mit Werkzeugen

Entminerin Sarneta aus Mosambik © J-J. Bernard / Handicap International

Seit über 20 Jahren ist Handicap International aktiv in der humanitären Räumung von Ländern, die von Landminen und Streubomben verseucht sind. Diese Kampfmittelräumungen ermöglichen den betroffenen Bevölkerungen, ihre Lebensräume wieder zurück zu gewinnen. Denn die meisten Unfälle mit explosiven Kriegsresten finden im Alltag und im unmittelbaren Umfeld der Menschen statt: bei der Landwirtschaft oder beim Holz sammeln. Manche Bauern nehmen ganz bewusst …mehr

 

Vielen Dank an alle, die die Kampagne 2014 möglich gemacht haben!       Ein großer Selbstbemalter Globus in der Mitte, drum herum Kinder die ihr Bein auf die Weltkugel halten